Forderung von Papst Leo XIV.
17. März 2026
In der ganzen Kirche gilt es eine „Kultur der Fürsorge“ zu schaffen, um Minderjährige und vulnerable Erwachsene zu schützen. So lautet eine Forderung von Papst Leo XIV.
Aktuelle Entwicklungen im Umgang mit der Missbrauchsaufarbeitung sowie Diskussionen im Umfeld des Bistums Basel geben aus Sicht der IG-M!kU Anlass zu einer kurzen Einordnung:
Papst Leo XIV. betont, dass Prävention in der Kirche mehr ist als Regeln und Verfahren – und eine Kultur der Fürsorge erfordert, in der die Erfahrungen von Betroffenen ernst genommen werden.
Auch aktuelle Entwicklungen in Deutschland unterstreichen die Bedeutung von Verantwortung, Anerkennung und Transparenz in der Missbrauchsaufarbeitung: Eine unabhängige Kommission hat umfangreiche Anerkennungsleistungen für Betroffene sexualisierter Gewalt bewilligt. Zudem hat der emeritierte Würzburger Bischof Hofmann kürzlich auf den Titel eines Ehrendomherrn verzichtet.
Aus Betroffenenperspektive zeigen diese Entwicklungen, wie wichtig Sensibilität im Umgang mit Verantwortung und Strukturen ist. Sie können auch für die Schweiz Anlass sein, voneinander zu lernen und Fragen der Transparenz und institutionellen Verantwortung zu reflektieren.
Diskussionen rund um das Bistum Basel verdeutlichen, wie sensibel Fragen der Verantwortung in der Missbrauchsaufarbeitung sind. So hat die Ernennung eines umstrittenen Ehrendomherrn im Bistum Basel bereits früher Kritik ausgelöst. Darüber hinaus wurden Fragen zur Unabhängigkeit der Meldestelle im Bistum Basel thematisiert. Aus Betroffenenperspektive ist entscheidend, dass Meldungen zu sexuellen Übergriffen von Stellen bearbeitet werden, die nicht nur fachlich kompetent sind, sondern auch klar unabhängig wahrgenommen werden – und betroffenensensibel handeln. Das Bistum Basel hat selbst darauf hingewiesen, dass zahlreiche Genugtuungszahlungen an Betroffene erfolgt seien. Wichtig ist, dass über solche Schritte transparent informiert wird und die Anerkennung des erlittenen Unrechts Teil der Aufarbeitung ist.
Transparenz, institutionelle Unabhängigkeit und Sensibilität gegenüber Betroffenen sind zentrale Voraussetzungen für eine glaubwürdige und verantwortungsvolle Aufarbeitung.