Weiterhin psychologische Assessments

3. Februar 2026

Im Verlauf von 2025 hat die römisch-katholische Kirche die Einführung wissenschaftlich abgestützter Assessments für angehende Seelsorgende gestartet. In einer Pilotphase wurden in sämtlichen Bistümern insgesamt 72 solcher Eignungsabklärungen durchgeführt. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) und die Konferenz der Vereinigungen der Orden und weiterer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens (KOVOS) ziehen Bilanz.

Stellungnahme der IG-M!kU:

Die Betroffenenorganisation IG-M!kU nimmt die Implementierung der psychologischen Assessments für angehende Seelsorgende zur Kenntnis.
Aus Sicht von Betroffenen ist entscheidend, dass solche Instrumente konsequent präventiv eingesetzt, unabhängig durchgeführt und in ein umfassendes Schutz- und Präventionskonzept eingebettet werden. Psychologische Eignungsabklärungen können ein wichtiges Element sein – sie ersetzen jedoch weder strukturelle Verantwortung noch eine konsequente Aufarbeitung von Missbrauch. Aus Betroffenenperspektive ist zudem wichtig, dass Schutz und Begleitung nicht als einmalige Prüfung verstanden werden, sondern als kontinuierlicher Prozess mit klaren Reaktionsmöglichkeiten bei Hinweisen oder Risiken. Für Betroffene ist zudem wichtig, dass bei allen Abklärungs- und Entscheidungsprozessen achtsam vorgegangen wird. Prävention muss immer dem Schutz von Menschen dienen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich aus Betroffenenperspektive die Frage, wie verhindert werden kann, dass negative Eignungsentscheide in einem Bistum durch erneute Verfahren in einem anderen Bistum umgangen werden. Daher ist es zentral, dass entsprechende Erkenntnisse und Schutzentscheide bistumsübergreifend verbindlich berücksichtigt werden. Denkbar wäre beispielsweise eine klar geregelte nationale Lösung, die kirchenintern sichtbar macht, ob aus Schutzgründen ein negativer Eignungsentscheid vorliegt – ohne sensible persönliche oder psychologische Daten zu speichern.
Ziel ist der konsequente Schutz von Menschen und die Vermeidung von Risikoverschiebungen.
Die IG-M!kU wird die weitere Umsetzung der psychologischen Assessments sowie die damit verbundenen strukturellen Fragen aufmerksam verfolgen.